Am Dorfeingang von Cadria nehmen Sie gleich links den Weg, der Sie zuerst bis zum Proalio-Bach hinabführt und danach wieder ansteigt und in einen schattigen, dichten Buchenwald hinein bis zur Ortschaft Proalio verläuft. Von dort wandern Sie den Nordhang über dem Ere-Tal entlang bis zur Puria-Alm in Tignale (1 ½ Stunden). Die Alm wurde in der Nachkriegszeit verlassen und ist heute eine Ruine, die von einem dichten Wald aus griechischen Tannen (Abies Cephalonica) umgeben ist. Einst war es nämlich in den öffentlichen Wäldern üblich, nicht mehr genutzte Weiden aufzuforsten, während man heute davon überzeugt ist, dass die Erhaltung von freien Flächen die Landschaft variabler machen und damit zu einem größeren biologischen Reichtum beiträgt – auch wenn es natürlich aufwendig ist, die Wiesen konstant zu mähen. Die Puria-Alm wurde in den 70-er Jahren vom Staatlichen Forstamt mit der griechischen Tanne aufgeforstet, einer Art, die sich hier wie in den anderen Zonen, wo sie gepflanzt wurde (in Droane-Tal, im Valvestino-Tal und im Campiglio-Tal oberhalb Toscolano) als sehr anpassungsfähig und resistent erwiesen hat. Die griechische Tanne hat ihren Namen von ihrem Ursprungsgebiet, den südgriechischen Bergen. Man erkennt sie an ihrer Ähnlichkeit mit der Weißtanne, von der sie sich aber deutlich durch ihre stechenden Nadeln unterscheidet, die unregelmäßig auf dem Ast sitzen (während die Nadeln der Weißtanne kammförmig angeordnet sind und nicht stechen). Ihr Vorkommen am Gardasee unterstreicht – falls das noch nötig ist – das mediterrane Flair. Nach der Puria-Alm können Sie entweder bis zum Puria-Pass hochsteigen oder den Weg Richtung Süden einschlagen, womit Sie den Scarpapé-Pass (1242 m) erreichen, von wo der Wanderweg ins Tignale-Tal abzweigt. Nehmen Sie den Schotterweg, der Sie in einer halben Stunde zum neuen Puria-Hof (Cascina Puria Nuova) führt, der den alten Hof ersetzt hat, um seinerseits verlassen zu werden, als in den 60-er Jahren die Bergwirtschaft ihrem Ende zuging. Das Gebäude wird heute als Regionales Forsthaus genutzt und verdient zweifelsohne eine Verschnaufpause: Hinter dem Gutshaus können Sie einige Stufen hochsteigen und erreichen eine "Panoramabühne", von wo Sie an klaren Tagen eine unvergleichliche Aussicht auf das obere Droanello-Tal haben. Wenn Sie dem Forstweg folgen, der gleich unter der Cascina Nuova talwärts führt, kommen Sie durch einen herrlichen Föhrenwald zum Gutshof Val del Porsél, der von einigen uralten Buchen umgeben ist (1.00 Std.). Vor nicht allzu langer Zeit ist hier eine Tränke renoviert worden, um Huftiere anzulocken, insbesondere die Hirsche, die sich in dieser Gegend besonders wohl fühlen. Nun nehmen Sie am besten eine kurze Abzweigung, womit Sie in wenigen Minuten die Cascina Marànch erreichen. Auf dem Hang zum Droanello-Tal hinunter (hinter dem Haus) steht eine herrliche Hainbuche, welcher ebenso bemerkenswerte Buchen und Gemeine Eschen Gesellschaft leisten. Das Alter des Baumes ist in den knorrigen Stamm geschnitzt. Wieder zurück bei den herunter gekommenen Höfen, die Sie bereits angetroffen haben, nehmen Sie den ansteigenden Wanderweg, der an der Tränke vorbei führt und Sie in gut einer halben Stunde auf die Straße bringt, die von Cadria aus hochführt; dieses Dorf erreichen Sie von hier aus in einer bequemen Wanderung (Teilzeit 1.30 Std. – insgesamt 4.00 Std.).
| Richtung: | Magasa - Denai - Rest - Cadria - Magasa |
| Dauer: | 4 Stunden |
| Wasserstellen auf dem Streckenverlauf: | No |
| Höhenunterschied: | 400 mt. |
| Begeh- oder Befahrbarkeit: |